Mittwoch, 27. Dezember 2017

Romajay

1.10. - 9.10.2017

Habt ihr schon einmal in einem Kloster gelebt? Also für länger, als ein Wochenende?
Dann wisst ihr vielleicht, wie intensiv diese Erfahrung für mich gewesen ist.

Willkommen in der Kapelle 


Am Sonntag, dem lang gefürchteten 1. Oktober, verbrachten wir unseren ersten Tag bei den Sisters in Romajay. Schon zuvor hatten wir die Schwestern des Mary Morningstar Convents (ein junger Orden aus Frankreich) einige Male besucht und uns mit ihnen angefreundet. In dem internationalen Konvent hier in Kumbo leben 5 Schwestern und 5 Novizinnen, bzw. Lebensschülerinnen aus Kamerun, den USA, Österreich, Spanien und Nigeria. Untereinander sprechen die Schwestern Englisch und Französisch meist zu gleichen Anteilen, auch wenn sie für uns oft das Englische bevorzugten, sofern es möglich war.
Sister Mirjam, eine österreichische Schwester, half uns von Anfang an sehr, uns mit dem Leben im Konvent zurecht zu finden. Jeden Abend fanden wir nach dem Abendgebet einen kleinen Zettel mit dem Programm für den nächsten Tag, an dem wir teilnehmen konnten, wenn wir wollten.

Das Kerzenatelier ;-)





Künstler am Werk => Kunstwerk










Oft fing ein „typischer Wochentag“ der Sisters mit dem Laudesgebet in Französisch an. So kommt es, das alle Schwestern morgens früh noch vor Sonnenaufgang (also circa zwischen 4:30 Uhr und 6:00 Uhr) gemeinsam in der Kapelle sitzen, in stiller

Anbetung und schließlich im Gesang und Gebet. Diesem Morgengebet folgt meist eine heilige Messe, zu der auch Menschen aus der Nachbarschaft kommen. Anschließend gibt es Frühstück. Die Schwestern bedienen sich beim Essen immer an einem Buffet im Refektorium (einer Art Essensraum) und setzten sich dann aber alleine in ihr Zimmer oder nach draußen, um beim Essen nachzudenken oder zu lesen. Dann ist Zeit für die Bible Sharing Groups, in denen man gemeinsam über die biblischen Textes des Tages diskutiert und berät. Das nächste Gebet der Sisters heißt Sext und findet vor dem Mittagessen statt. Nach dem Mittagessen geht es weiter mit Philosophiestunden oder Pause oder Hausarbeiten. Des Weiteren kommen dann auch die richtigen Handarbeiten der Schwestern hinzu. Dazu gehört töpfern, Kerzen herstellen und bemalen, Seifen- und Sirupproduktion (soweit ich das verstanden habe). Die Endprodukte werden von den Schwestern in der Diözese verkauft und sorgen somit für den Lebensunterhalt des Konvents. Nach dem Abendessen folgt das Abendgebet (Vesper), ebenfalls mit Gesang und schließlich stiller Anbetung. Sofern besondere Feiertage sind, gestalten sich die Abendgebete in spezieller Weise außergewöhnlicher als sonst. Es werden Zitate verteilt oder besondere Lieder gesungen. Nach dem Abendgebet gehen die Schwestern normalerweise in ihre Zimmer und sobald man müde ist, wird es Zeit zu schlafen.
Das Konvent von außen












...mit dem Auto, dass uns in Zukunft
immer wieder den Heimweg erleichtern sollte.






















Uns war es, wie bereits erwähnt, freigestellt and wie viel Abläufen des Programms wir teilnehmen wollten. Ab und zu war ich morgens schon im Laudesgebet (auch um mein Französisch zu schulen), während Christina erst zur Messe hinzu kam. Manchmal hatten wir Mittags auch das Bedürfnis einfach mal rumzusitzen oder Musik zu machen. All das war kein Problem. Während der Woche habe ich besonders über zwei Themen sehr viel von den Schwestern gelernt: über „St. Therese of the Child Jesus“, und über den Rosenkranz - den ich inzwischen besser auf Englisch beten kann, als ich jemals auf deutsch in der Lage gewesen war. Wir konnten so viele Fragen stellen und immer wieder mit den Schwestern über unsere Meinung diskutieren. Nicht alles habe ich von dort übernommen, aber ich habe mich mit manchem Themen auseinander gesetzt, die ich sonst eher abgelehnt und nicht verstanden hatte. Ich glaube, dass mir diese Zeit wirklich sehr viel gegeben hat, was ich mein Leben lang behalten werde.

Neben dem Ausbau unserer unglaublichen Basketballfertigkeiten :D (die Sisters übrigens mit Gewand, Schleier und Rosenkranz - wie immer…aber verdammt gut) … durfte ich nach der offiziellen Chorprobe der Sisters sogar meine eigenen Chorleiterinnen-Fähigkeiten testen und gemeinsam haben wir versucht das Taizé-Lied „The kingdom of God is justice and peace, and joy in the holy spirit. Come Lord, and open in us, the gates of your kingdom.“ zu singen. Es war eine wunderschöne Erfahrung und gemeinsam mit der Taizé-ähnlichen Atmosphere des Konvents, war ich mir bald ziemlich sicher, dass ich nach dem Jahr im Sommer dringend nochmal nach Taizé fahren möchte.

Eigentlich hatten wir unseren Aufenthalt bei den Schwestern nur für ein bis zwei Nächte geplant und dementsprechend wenige Sachen mitgebracht. Die politischen Umstände ließen es aber nicht wirklich zu, dass wir am Mittwoch schon wieder wie gewohnt unserem Alltag hätten nachgehen können. Deshalb blieben wir insgesamt neun Tage im Kloster und haben nur irgendwann ein paar Utensilien von Zuhause nach geholt. Zum Glück hatten die Schwestern sogar eine Gitarre vor Ort, weshalb es mir eigentlich nie langweilig wurde.

Ich habe in den Tagen um den ersten Oktober etwas erlebt, dass ich hoffe, nie wieder erleben zu müssen. Ich hoffe das für alle Menschen. Im Prinzip hatte ich ein wenig Daueradrenalin im Blut, denke ich und konnte mich - trotz des ruhigen Lebens bei den Sisters - selten so richtig entspannen. Ich habe zum ersten Mal Schüsse gehört, die mit dem Sonnenaufgang anfingen und dann alle paar Minuten erdröhnten und erst mit dem Sonnenuntergang zu verstummen schienen. Wir, Christina und ich, haben uns bei den Sisters total sicher gefühlt und, die Tatsache, dass wir Frauen und keine Kamerunerinnen sind und auch noch viel mit der Kirche zu tun haben, gab uns ein gewisses Sicherheitsgefühl. Trotzdem ist es gruselig, in einem Haus auf einem Berg zu sitzen und rundherum aus dem Tal, in dem der Kern Kumbos liegt, Schüsse herausdringen zu hören - und bei keinem Schuss zu wissen, ob er gerade sein Ziel getroffen hat oder nicht. Es war echt unangenehm.
Ein Freund von uns kam am Sonntag Mittag mit seinem Rucksack zu den Schwestern gelaufen und erzählte, was in der Stadt vor sich ging. Laut seiner Berichte, drangen Polizisten und Militärkräfte bereits am Samstag in Häuser von Zivilisten ein, nahmen alle jungen Männer - gewalttätig oder nicht - vorsorglich in Haft um weitere Provokationen zu verhindern. Die Gefangenen wurden anscheinend überhaupt nicht gut behandelt und auch deshalb waren viele Männer und Jungen in unserem Alter in die nahegelegne Berglandschaft, etwas abseits der Stadt geflohen. Die meisten hatten dort zwischen Bäumen und Sträuchern die Nacht verbracht und große Angst zurück zu ihren Frauen, Müttern, Schwestern und Kindern zu gehen. Der eine Freund wurde nach der anstrengenden Nacht in den Bergen von seiner Mutter nach Romajay geschickt, um die Schwestern um Hilfe zu bitten und sich dort für einige Tage zu verstecken. Er blieb schließlich bis Donnerstag morgen, und nachdem am Dienstag die Gefahr abgeklungen zu sein schien, konnten wir drei unsere gemeinsame Zeit wirklich genießen.

Ich kann und konnte nicht wirklich beschreiben, wie es mir während dieser Zeit ging.
Vielen Menschen in Kumbo ging es viel schlechter als uns - wir hatten total Glück in unserer Situation und ich kann es nur schwer aufnehmen, wenn von irgendwelchen Seiten Mitleid gegenüber uns ausgesprochen wird. Eher sollten wir gemeinsam für die Bevölkerung hier beten. Ich habe mir viele Gedanken gemacht in dieser Zeit und sehr viel gelernt. Es war nicht schön - wirklich nicht, aber die meiste Angst hatte ich um unsere Freunde in der Stadt, die wir durch die Telefonblockade erst auch nur schwer erreichen konnten.
Um meine Gedanken selbst zu verarbeiten habe ich damals einen Text geschrieben, das hier sind Ausschnitte davon…


Weißt du, wie der Frieden klingt?
Nein?
Sei dankbar dafür.

Er klingt nach Kinderrufen und befahrenen Straßen,
weil er draußen Sicherheit gewährt.

Er klingt nach Musik in den Häusern und lachenden Menschen,
weil er alle in Ruhe leben lässt-
weil er dafür sorgt, das sich keiner verstecken muss.
Der Frieden klingt nach langsamen Schritten,
weil er die Zeit entspannt und es schafft, dass ein Freund nicht von zuhause fliehen und sich verstecken muss.

Der Frieden klingt nach Wind und Regengeprassel,
weil er dafür sorgt, dass die Soldaten im Trockenen bleiben.

Und der Frieden klingt nach singenden Vögeln,
die merken, dass die Schüsse aufgehört haben.

Wie alt bist du?
Weißt du, wie der Frieden klingt?
Nein?
Sei dankbar dafür, es könnte anders sein.

Trotz all den gegensätzlichen Dingen, die ich in dieser Woche erlebt habe - wunderschöne Sonnenuntergänge über einer fruchtbaren Gegend, während seit Sonnenaufgang die Stadt in Angst lebt und kein Geschäft geöffnet hat zum Beispiel - hatte ich eine wunderbare Zeit (wieder so ein Gegensatz: wir haben so was tolles erlebt, aber der Grund dafür ist überhaupt nicht schön).
Ich bin so dankbar, für alles, was die Sisters aus Romajay für uns getan haben und dafür, dass sie uns aufgenommen haben, als wäre es auch unser Zuhause. Ich konnte über so vieles Nachdenken - und war dabei niemals alleine. Ich wünsche diesen Schwestern Gottes Segen und viele Begegnungen mit genauso offenen und fröhlichen Menschen, wie wir sie selbst erlebt haben.

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The nine days from the 31st September to the 9th October contained our stay in Romajay, a convent of the Sisters Congregation of Mary Morningstar, which was fund in France (not too long ago). The convent is not right in the center of Kumbo, so it seemed to be safer in the case of the struggle of the first October and the following days.
The sisters were really nice, we experienced so many things and I learned a lot about the Christian belief, the way to God that these sisters follow and my own way to God. We had a great time in the convent, but this week was full of contradictions. While we passed a quiet and calm time with the town around us was afraid of the happenings. Different groups of people provoked each other until the situation escalated. We were never really afraid of ourselves, but more afraid about our friends in town that we could not reach, because the phone network was blocked. Some of them finally had to flee from their home places, because of the danger that the situation took them into.

Even if there was a lot of fear around this time, we are so thankful for the sisters, that they welcomed us so warmly, and we really wish all the best for them and Gods blessing. You are really great people.


Freitag, 15. Dezember 2017

Die Ruhe vor dem Sturm

25. - 30.9.2017

Die Ruhe vor dem Sturm...
Diesen Titel möchte ich ganz zu Beginn erklären und dazu auch schon etwas zu den folgenden Posts sagen.
Kennt ihr das, wenn ihr in den Himmel schaut und sich dort ein Gewitter zusammen braut? So dunkle Wolken, die sich verdichten und eine Stille, die zwar ziemlich friedlich aber irgendwie seltsam verdächtig ist? - das ist jetzt ziemlich metaphorisch gesprochen, aber vielleicht kann ich so meine Eindrücke dieser Woche ganz gut darstellen.
In den folgenden Posts werden immer wieder Berichte der politischen Situation hier in Kumbo und meiner persönlichen Wahrnehmung auftauchen. Bitte lest diese Abschnitte nicht leichtfertig! Wir haben keinen richtigen, vertrauenswürdigen Nachrichtensender als Informant, sondern nur jegliche Erzählungen und Zeitungsartikel. Oft werden die Geschehnisse emotionalisiert, verharmlost oder dramatisiert weitergegeben. Die "Wahrheit" ist so fast ungreifbar.
Auch ich habe hier Freunde gefunden, die hart von der Krise betroffen waren und kann deshalb, auch wenn ich mich natürlich bemühe, nicht garantieren, dass meine Texte frei von persönlichen Wertungen und Emotionen sind. Um einen guten Überblick über die Lage zu bekommen, bitte ich euch, euch weitergehend zu informieren. Hier sind einige Links zu Artikeln und Seiten, die euch weiterhelfen können:

Weltkirche Bistum Limburg - Partnerschaft mit Kumbo

Friedrich-Ebert-Stiftung / Referat Afrika

katholisch.de Kamerun Konflikt

Jetzt aber erstmal wieder etwas zu meinen Erlebnissen dieser Woche...

Montag und Dienstag waren Ghosttown Tage. Die Tage, an denen der Ghosttown-Streik ausgerufen wurde, schienen sich immer wieder zu vermehren. Viele Leute - besonders die Menschen, die ihre Lebensmittel auf den Märkten verkaufen müssen, um Geld zum Überleben zu verdienen - waren von den langen Streikperioden stark betroffen. Oft waren wir uns gar nicht so sicher, ob wir Zuhause bleiben oder zur Arbeit gehen sollten, aber dank unserer lieben Freunde und Arbeitgeber wurden wir meistens so rechtzeitig informiert, dass sich der Morgen schlafend im Bett noch ausdehnen ließ.
Ivolyns Haus in Mbiame
So sieht ein Gottesdienst Zuhause aus...
Am Mittwoch unternahmen wir einen richtigen Ausflug. Wir waren von Ivolyn - einer ehemaligen Reversefreiwilligen - zur Taufe ihrer kleinen Tochter Sarah nach Mbiame eingeladen worden. Mbiame ist ein Dorf mit einstündiger Bike-fahrt-Entfernung, die wir im Morgengrauen zusammen mit Flora antraten. Ja, wir waren tatsächlich für eine Stunde 4 Leute auf einem Bike - das war kuschelig :D. Der Gottesdienst wurde im Haus von Ivolyns Familie abgehalten, in dem sich ihre SCC (Small Christian Community) oft trifft. Die Taufe selbst hatte dann aber ziemlich viel Ähnlichkeit mit einer Taufe, wie ich sie aus Deutschland kenne.


Bis auf die Tatsache, dass den Gästen nach dem Gottesdienst, also circa um 7:30 Uhr Fufu, Njama Njama und Reis serviert wurde - es gab Zeiten, da konnte ich um diese Uhrzeit nicht mal eine ganze Scheibe Brot essen... aber geschmeckt hat es schon. Nachdem wir schließlich noch eine Verwandte von Flora besucht hatten ging es dann auf den Rückweg nach Kumbo - natürlich wieder auf dem Bike. Leider regnete es... erst leicht...dann in Strömen, und wir hatten echt Glück, dass Floras Schwager (unser Bike driver) so erfahren mit den Straßen und dem Regen umgehen konnte. Trotzdem haben wir irgendwann eine Pause eingelegt um uns etwas aufzuwärmen und den schlimmsten Regen vorbei ziehen zu lassen. Also so hatten wir uns das zumindest ursprünglich vorgestellt. Dieser Nachmittag war beeindruckend für mich... Wir klopften an eine fremde Haustür um uns vor dem Regen zu verstecken. Sofort bekamen wir Stühle angeboten. Wir blieben an der Tür sitzen und schauten nach draußen in das fallende Wasser. Bald schon brachte die eine Tochter der Familie Passionsfrüchte, die wir genießen konnten. Und etwas später saßen wir dann alle in der Feuerküche der Familie zusammen, tranken vom Vater zubereiteten Thymian-Tee und aßen geröstete Maiskolben. Und so wurde unser Besuch immer länger und länger. Schließlich mussten wir doch noch im Regen die letzten Kilometer nach Kumbo bestreiten, weil es im Dunklen noch unangenehmer geworden wäre. Eine so gastfreundliche Familie habe ich aber bisher noch nirgendwo angetroffen. Es kann nicht leicht sein, vier Fremde einfach in sein Haus einfallen zu lassen, oder?
Fast zum schwimmen geeignet.
Am Donnerstag ging es dann wieder auf die Arbeit, und trotzdem schien die politische Spannung immer ernster zu werden. Am Abend bekamen wir eine Mail von der deutschen Botschaft, in der wir auf den Konflikt und nötige Vorsichtsmaßnahmen hingewiesen wurden. Dieser Brief brachte uns dann doch ernsthaft zum denken.
Als ich am darauffolgenden Tag morgens nach Shisong auf die Arbeit fuhr, sah ich tatsächlich viele Soldaten an Squares. Es war zwar alles friedlich, aber trotzdem hatte ich ein seltsames Gefühl, als ich an diesem Szenario vorbei fuhr. Abends waren dann noch Annika und Lisann (zwei Freiwillige der evangelischen Kirche hier in Kumbo) bei uns zum Kuchen und Zimtschnecken backen. Es hat echt viel Spaß gemacht und sooo lecker geschmeckt :-) ... schade nur, dass die beiden schon so früh gehen mussten - aber gegen die Dunkelheit kann man hier halt nicht viel machen.
Im Laufe der Woche wurden wir für das "politisch kritische Wochenende" zu den Sisters nach Romajay eingeladen. Also packte wir am Samstag nach einem ausgiebigen Brunch-Frühstück unsere kleinen Rucksäcke und begaben uns zu Fuß auf den Weg nach Romajay. Irgedwie kam es uns ungewöhnlich leise auf dem Weg durch die Stadt vor, leiser sogar als an Ghosttown Tagen. Wir waren allerdings total entspannt und genossen es, einmal nicht ständig angequatscht oder hinterher gerufen zu werden. Erst in Romajay trafen wir eine Mentorin einer anderen Freiwilligen in Kumbo, die uns berichtete was für ein Chaos bereits in der letzten Nacht hier passiert ist. Dazu gehören Tränengas, Provokationen beider Seiten, Verletzte, ...
Uns ging es aber sehr gut und wir genossen die freundliches Willkommensgesten der Schwestern sehr. Unser Aufenthalt in Romajay war super interessant und toll, aber dazu im nächsten Post mehr ;-)

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REAL Food in the morning
In the beginning of this post, I want to direct your attention to the political problems that might appear in my description of the next weeks more often. Even if I try my best, I won't be able to tell the "truth" about these happenings. My friends were hidden by the crisis hard as well, and I should tell you that it is not very easy to write completely emotional neutral when you think of your friends (or anyone) suffering. So, I beg you to look for some information about the crisis on several Internet sites, in newspapers and maybe TV Shows. Please, form your own mind!

Monday and Tuesday were ghost town days (they got more and more every week), but on Wednesday we went to visit Ivolyn (a former reverse volunteer) for the baptism of her baby child Sarah. The baptism took place in their house with some friends and their SCC (Small Christian Community). Except the fact that we were given Fufu, Njama Njama and Rice to eat after mass - at about 7:30 am.
Thursday was a normal working day, but on Friday we had some nice cooking/baking experiences with Annika and Lisann - two other German volunteers - in our place.
Just on Saturday afternoon, when we went to Romajay to spend some days with the sisters of the Convent situated there, we recognized that the struggle already started. The first of October was going to come and provocations on both sides already started (teargas, beatings, ...)
Anyway, we were so welcome in Romajay and the sisters made us feel very comfortable from the first minute on.
















Sonntag, 29. Oktober 2017

Der Anfang steigert sich...

18.09. - 24.09.2017

So sieht's in der Nähe unserers Häusschens aus.
Nach dem wöchentlichen Ghost town Monday ging für mich eine vorerst normale Arbeitswoche los, wenn ich das so sagen kann - normal ist hier ja irgendwie selten etwas für mich.
Meine Arbeit im Waisenhaus macht mir immernoch sehr viel Spaß, die Kinder sind super aufgeweckt, manchmal echt frech aber trotzdem wirklich toll. Auch die Caretakerinnen und meine Chefin sind interessante und freundliche Menschen. Beim Unterrichten der Kinder morgens kommt es schon ab und zu mal vor, dass meine Nerven sehr strapaziert werden, wenn ich neben den fünf 4-5 Jährigen, die ich unterrichten soll, auch noch 7 Zweijährige im gleichen Raum zu beaufsichtigen habe. Meistens helfen mir die anderen Caretakerinnen aber bestmöglich dabei, die Kinder zu beschäftigen und nach ihnen zu sehen. Die angewandte Pädagogik ist etwas, an das ich mich bis jetzt noch nicht gewöhnt habe und oft hoffe ich auch darauf, dass ich mich niemals daran gewöhnen werde. Mir fällt es schwer die Prinzipien der sehr physisch geprägte Erziehung zu verstehen, aber ich kann durch diese Erfahrung viel reflektieren und lernen.

Herzlich Willkommen im afrikanischen Auenland :-)
Am Donnerstagmorgen bracht ich aber dann mal meine Gitarre mit ins Waisenhaus. Am Tag zuvor hatte ich mir einige englische Kinderlieder angeeignet und so sangen wir alle zusammen. Die Kinder und Caretakerinnen zeigten mir weitere Lieder, die sie normalerweise zusammen singen und waren sehr interessiert an den Texten der Stücke, die ich mitgebracht hatte. Natürlich wollte auch jedes Kind mal die Gitarre spielen - und insgeheim bin ich sehr froh darüber, dass mein Instrument diesen Tag überlebt hat ;-)
Eine Entdeckung habe ich schon bei unseren Nachbarskindern machen dürfen: Ein Instrument ist etwas sehr besonderes hier. Viele der Kinder hatten noch nie zuvor eine Gitarre oder Geige (Christina hat ja ihre Geige dabei) gesehen. Sie wissen oft nicht wie man die Instrumente spielt oder gar, wie sie klingen können. Ich liebe es, anderen Menschen - besonders Kindern - ein für sie neues Instrument zeigen zu können. Die Konzentration und Ruhe, die manche der Kinder hier aufbringen um die Saiten zu "streicheln" und das Strahlen der Gesichter das selbsterzeugten Tönen folgt, beeindruckt mich sehr und macht mich wirklich glücklich.
Nachmittags waren Christina und ich dann bei Father Olliver im Bishofshaus um unser Verpflegungsgeld für den nächsten Monat abzuholen. Da wir einige Zeit im Empfangsbereich warten mussten und die dafür zuständige junge Sister sehr interessiert an meiner Gitarre war, wurde aus der Wartezeit eine spontane Jam-Session. Ein Father, der ebenfalls etwas im Bischofshaus abholen wollte, grub dann auch sein Musikwissen aus und unterhielt uns alle mit wunderschöner Musik - vor allem da ich das Lied von Zuhause in Deutschland kenne...
Pastoral Center Kumbo - kirchliches Seminarhaus

Jesus Christ, You are my life,
halleluja, halleluja,
Jesus Christ, You are my life,
you are my life, halleluja...

und

...gehet nicht auf in den Sorgen dieser Welt, suchet zu erst Gottes Weite, und alles andere wird euch dann zu geschenkt, hallelluja, halleluja...

Und dann haben wir schließlich auch das erste Mal Geld erhalten, von dem wir uns unser Essen und Leben finanzieren - in Erinnerung bleibt aber vor allem der lustige Nachmittag mit der Musik im Bischofshaus.

Und täglich grüßt die unberechenbare Kuh...
Für den Freitag war ein "Peaceful march for Independence" angesetzt. Da nicht ganz sicher war, wie die Sicherheitslage an diesem Tag aussehen würde, bzw. ob Fahrzeuge fähig sein würden sich frei zu bewegen, wurde mir von meiner Chefin gesagt, dass ich an diesem Tag zuhause bleiben solle. Christina war am Freitagmorgen kurz bei der Arbeit, kam aber auch bald wieder zurück, da einige Straßen Kumbos anscheinend blockiert gewesen sein müssen und es tatsächlich kein durchkommen gab. Von den Vorkommnissen unten in der Stadt bekamen wir zu diesem Zeitpunkt relativ wenig mit, da wir hier oben auf dem Schulgelände etwas außerhalb des Hauptgeschehens lagen und die Ruhe genießen konnten. Erst am nächsten Tag erfuhren wir, dass der "Peaceful march" doch nicht ganz so "peaceful" (= friedlich) war, wie erhofft. Schüsse und Tränengas soll es im Verwaltungsbezirk, Tobin, an diesem Tag gegeben haben. Diese Vorkommnisse zeugen von einer weiteren Eskalationsstufe des anglophonen-francophonen Konfliktes hier in Kamerun.

Am Samstag nachmittag besuchten Christina und ich die Chorprobe des Jugendchors der Kathedrale. Die Jungs und Mädels proben hier zur Zeit jeden Tag, außer an Sonn- und Ghost town-Tagen. Und dementsprechend gut war auch die anderthalbstündige Probe an diesem Tag - manchmal muss man für einen solchen Musikgenuss viel, viel Geld bezahlen. Manchmal hat man auch einfach Glück :-)

Der Sonntag hielt ebenfalls eine sehr interessante Erfahrung für uns bereit: Das KYDEP (Kumbo Youth Development and Environmental Protection) Treffen.
Klee - uns gibt's auf der ganzen Welt :-)
Berry und ein paar Freunde von ihm, hatten nach langem Streben eine Jugendentwicklungs- und Umweltorganisation ins Leben gerufen. An diesem Tag waren auch Christina, Luise und ich eingeladen. Es hat mich sehr beeindruckt wie ernst und gewissenhaft die Jugendlichen an ihr Vorhaben herantreten. Von Schriftführer und Präsident, bis zu Besonderer Begrüßung der Gruppe bevor jemand zu sprechen beginnt, diszipliniertes Aufstehen beim Vortragen eines Beitrags und Ideensammlung auf einer Tafel, sowie Gruppen- und Einzelfotos nach dem Treffen, war alles ordentlich durchdacht. Es gab wirklich ein paar sehr gute Ideen und ich habe gespürt, wie viel Motivation die Teilnehmer des Treffens für ihre Sache aufbrachten. Mir war es sehr wichtig, als Eli dort gesehen zu werden und nicht als Weiße, der von Fremden womöglich eher zugehört würde, weil sie aus Europa kommt. Dieses Gefühl finde ich wirklich furchtbar unangenehm und versuche sein Aufkommen zu vermeiden wann immer es geht. Erst fiel es den Gruppenmitgliedern etwas schwer zu verstehen, dass wir ihre Ideen und ihr Engagement zwar sehr, sehr schäzen und weitesgehend bestärken wollen, wir aber trotzdem vor allem Mitglieder einer anderen Organisation sind, die uns überhaupt unsere Zeit hier in Kamerun ermöglicht. So können wir nicht versprechen, die nötige Zeit und Kraft aufbringen zu können um ein fester Teil der Gruppe zu werden - wir wollen keinen im Nachhinein enttäuschen. Letztendlich hatte ich auch hier den Eindruck, dass diese Menschen einen Anfangspunkt gesetzt hatten, der sich von Woche zu Woche fortentwickeln könnte und vielleicht wirklich etwas in Sachen Umweltschutz bewegen würde.
An diesem Nachmittag war wunderschnes Wetter und ich habe mich alleine auf einen längeren Spaziergang gemacht. Außer die fiesen Ameisenstiche, die ich dabei ertragen musste, bleiben mir diese Stunden als absolute Sonnenstunden in Erinnerung :-) In vielerlei Weise...kann man auf den Fotos sehen...

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After the weekly ghost town Monday I passed the week in a "normal way". On Thursday I went to work with my guitar. The children and the caretakers in the orphanage enjoyed the songs I brought for them and they showed me the songs they sang usually together when visitors are coming.
Until now, I experienced a lot of times when I really enjoyed to show some people - especially children - a new instrument. The concentration and fun they have while treating it carefully and listening to their self-made sound. After work, Christina and I went to the bishops house to fetch our food and living money for the next month. The sister, sitting in front of the offices to welcome the visitors, was very curious about my guitar. Finally, we had a nice jam-session with her and another father who came as well to look for something in the offices.
On Friday I didn't go to work because a "peaceful march for Independence" was going to take place down in town. Later on, we recognized that this "peaceful march" was not as peaceful as it was meant to be. Unfortunately, the were gunshots and teargas in Tobin, the administrative quarter of Kumbo.

Even the ground is beautiful in this light
On Saturday afternoon we had the pleasure to witness a wonderful choir practice of the youth choir in the cathedral. Sometimes people pay a lot of money to listen to such a beautiful music, but other times people can just be lucky and sit in the right church at the right time.

This Sunday, we were invited to a meeting of a group called KYDEP (Kumbo Youth Development and Environmental Protection). The organization was formed by Berry and some of his friends with the aim of raising attention to the protection of the environment and human rights. The meeting took place in a very serious and disciplined way and it became obvious to us, that those people sitting in the room with us, were really motivated to change something in their environment. For Christina, Luise (who took part in the meeting as well) and me, it was very important not to be seen as "Whites" but as ourselves. I don't like the feeling to be seen as someone special, because actually, we are all the same - maybe just with a different shade of brown as a skin color.
Unfortunately, we won't be able to take part in every action of this group, because firstly, we are members of a different organization who brought us to this country. This is the organization we already joined and have to do a lot of things in. But anyway, at the end of the day, I was sure that the Ideas of those youths attending this meeting could lead to a real change and could set a starting point to a further development.
These photos were taken in the afternoon of this day...real sun hours :-)

Panorama photo of our wonderful Trampelpfad











Montag, 23. Oktober 2017

ACHTUNG...


Hallo ihr alle,

Falls sich jemand fragen sollte, wie es uns geht und was hier politisch vor sich geht, dann könnt ihr immer wieder in dem bereits veröffentlichten Post "Neuigkeiten und Info's - News and Information!!!  Immer NEU" nachschauen.
Ich versuche euch dort immer ein bisschen auf dem Laufenden zu halten, damit sich keiner Sorgen macht :-)
Dieser Post wird immer wieder aktualisiert.


Essen lernen für Anfänger

EXTRA - POST

Hallo ihr Lieben,
Da Christina und ich tatsächlich relativ lange gebraucht haben um herauszufinden, was alles zu einem  richtigen und handwerklich fortgeschrittenen kameruneschen Essen gehört.
Hier eine Anleitung...


1. Fufu kochen - in einem großen Topf (und eigentlich besser in einer Feuerküche), denn meistens wird das dann auch noch am nächsten Tag gegessen.

 Viel Wasser erhitzen und dann einiges davon in einen anderen Topf zur späteren Verwendung abschütten. Dann das Maismehl sieben und etwas davon mit kaltem Wasser vermengen. Die Maismehl-Flüssigkeit nun in das restliche heiße Wasser im Topf geben und ausdauernd rühren. Nach einigen Minuten immer wieder etwas Maismehl und etwas heißes Wasser hinzufügen, bis das ganze Maismehl im Topf ist. Währenddessen dauernd rühren. Anschließend für einige Minuten vor sich hin köcheln lassen.






2. Fufu entnehmen und einpacken.
Mit diesem besonderen Löffel werden Fufu Portionen entnommen und in Bananenblätter gewickelt, die zuvor über dem Feuer weich geröstet wurden.

















3. Njama Njama zubereiten - eigentlich schon einen Tag vorher pflücken/kaufen, event. zupfen und lüften zum trocknen. Dann gut waschen und in einem Topf mit etwas Wasser aufkochen lassen. Das Wasser abschütten und frisches hinzufügen. Erneut kochen. Wieder abschütten und frisches hinzufügen und kochen- das selbe so oft man will. Je häufiger, desto mehr Bitterstoffe verschwinden aus dem Gemüse.
In einer Pfanne weiteres Gemüse der eigenen Wahl (z.B. Zwiebeln, Knoblauch, Tomaten oder Karotten) anbraten und das abgekochte Njama Njama hinzufügen. - Ich glaube, unsere Nama Nama Variationen sind schon fast ein Vertrat gegenüber der traditionellen kameruneschen Küche - aber wir experimentieren halt gerne :-)









4. Tisch decken - und zwar den Wohnzimmertisch.
In kameruneschen Familien gibt es meist große Sessel und Sofas auf denen gegessen wird (wenn man es sich nicht in der Küche gemütlich macht:-), selten isst man an einem richtigen Tisch, sofern wir es bisher mitbekommen haben. Auf den Tisch kommen Teller, eine Schüssel und Wasser.

... besonders auf Feiern bekommt man auch oft einfach seinen Teller in die Hand und sucht sich dann selbst seinen Lieblingsplatz....


5. Hände waschen.
Sofern man kein Linkshänder/keine Linkshänderin ist, wäscht man sich die rechte Hand. Es wird mit der Hand gegessen oder mit Löffeln. In jedem Restaurant oder wo immer man Fufu bekommen kann, gibt es auch etwas zum Händewaschen.
Dabei hilft man sich natürlich geschwisterlich :-)

6. Und dann wird gebetet...Bless us, our Lord, And bless this our gift, that we are about to receive from your goodness through Christ our Lord. Amen.
7.  Jetzt geht's los mit dem Essen... Yi ki kijun, oder wie hier viel eher gesagt wird: Bon apetit! 
Zu erst etwas Fufu mit der Hand abnehmen und so formen, dass es einen mundgerechten Klumpen gibt
Nun Njama Njama dazu nehmen
Vorsichtig in den Mundbefördern und genießen...
Und am Besten sollte dabei keiner zuschauen, weil es eh viel effektiver ist, selbst zu essen als andere zu beobachten beim Essen :D

8. Reste beseitigen - abspülen.
Meistens am nächsten Tag :-) Aber wie gut sehen kann, bleiben fast nur jede Menge Bananenblätter übrig.

Und die Reste des Fufu aus dem Topf. Wenn man den nochmal richtig heiß macht, löst sich theoretisch der Maisbrei vom Topfboden und formt einen Riesencornflake. So richtig haben wir das aber bisher noch nie hinbekommen... aber Übung macht den Meister, oder? 









Montag, 9. Oktober 2017

sonnig gebackene Genießermomente

11.09. - 17.09.2017
Die Wetteranzeige für Kumbo...
Kann man das glauben? :D

So sieht's aus! :-) :-)

Eigentlich war ein großer Waschtag für diesen Montag geplant, aber es war wirklich so schön sonnig draußen...


Direkt auf dem Bishops Hill - ein wunderschöner Platz
So beschlossen wir uns ein bisschen Motivation anzutanzen und versuchten uns in israelischen Kreistänzen vor unserem Haus, die ich tatsächlich hier schon etwas vermisse. Außer Atem und "eigentlich bereit zum waschen", erhielten wir eine Nachricht von Annika und Lisann - zwei weitere deutsche Freiwillige, die erst vor einer Woche in Kumbo angekommen waren. Ich weiß, ein paar kleine, stalkerhafte Züge haben wir schon ;-) aber wir sind wirklich neugierig auf die anderen Jugendlichen, die beschließen ein Jahr ihres Lebens hier in dieser Stadt zu verbringen. Zusammen verbrachten wir einen schönen Mittag und auf dem Rückweg wurde der Tag für Christina und mich dann nahezu perfekt. Immer noch strahlte die Sonne, und wir setzten uns auf dem Bischofs Hügel auf eine der Wiesen und genossen den weiten Ausblick auf das sonnige Kumbo. Das war der Moment, in dem ich mir das erste Mal hier in Kamerun ganz sicher war, dass ich gerade zur richtigen Zeit am richtigen Ort bin und mich hier irgendwie ziemlich zuhause fühle. Ein echt schönes Gefühl :-)

Das ist Fufu...
sieht erst später lecker aus :-)
Am Abend haben wir dann das erste Mal alleine Fufu und Njama Njama gekocht - und den Montag zu unserem Fufu-Tag erklärt. Wie ein echtes kamerunisches Essen funktioniert seht ihr in einem Extra-Post.

Am Dienstag war dann doch die Wäsche dran. Auch in dieser Woche sollte es drei Tage Ghost town geben und so hatten wir genug Zeit uns unseren dreckigen Klamotten zu widmen (die werden hier übrigens erstaunlich schnell dreckig - zumindest bei uns Deutschen, die mit dem schlammigen Boden nicht so richtig umzugehen wissen). Außerdem bekamen wir mal wieder Besuch von unseren Nachbarskindern und einem Jungen aus dem Jugendzentrum.








Und die Maisernte stand an...
Unsere farm, Dank unserer Vorgängerinnen :-)





















So lecker...
Unser Topfofen...
Mittwoch war der Tag der neuen Küchenexperimente. Da wir uns nicht nur von Mayonnaise auf Brot leben wollten, versuchten wir uns an einem Karotten-Zwiebel-Curry Brotaufstrich. Und als wir schließlich merkten, dass wir eigentlich gar nicht mehr so viel Brot zu Hause hatten, buken wir auch noch ein paar Pfannenbrote. Es hat wirklich lecker geschmeckt...
Damit aber noch nicht genug: Edith erklärte uns, wie man ohne einen Backofen Kuchen backen kann - in einem "Topfofen". Klingt erstmal kompliziert, ist letztendlich aber relativ einfach:
Man nehme einen großen Topf, befühle ihn mit Sand oder Erde, sodass der Boden bedeckt ist, schließe den Deckel und erhitze ihn. Währenddessen mische man den Teig zusammen (in unserm Fall: Bananenkuchen) und fülle ihn in einen eingefetteten kleinen Topf. Dann öffne man den großen Topf und stelle den kleineren hinein auf die heiße Erde. Der große Deckel muss nun wieder geschlossen werden, und nach circa 20 Minuten ist der Kuchen fertig :-) Das war so so so lecker, und wunderbar - denn ein Backofen hatten wir uns tatsächlich schon mehrmals gewünscht.
...das geht wirklich :-)



Der Donnerstag war ein normaler Arbeitstag für mich. Am Abend besuchten wir die Chorprobe von Eucharias Chor in Mbve. Es war so toll mal wieder mit anderen Menschen singen zu können und wir wurden auch sehr freundlich aufgenommen. Nur die Entfernung nach Mbve lässt uns noch nicht sicher sein, wie oft wir tatsächlich an den Proben teilnehmen können.

Am Freitagabend beschlossen wir unseren neuen Topfofen, diesmal mit handverlesenem Sand von vor unserem Haus, auf eine neue Probe zu stellen: Ein Auflauf mit unseren Gemüseresten und Couscous :-) Die Herausforderung wurde erneut erfolgreich gemeistert.

Den Samstag verbrachten wir erneut mit Annika und Lisann. Wir trafen uns zum gemeinsamen Pizza essen bei Edwin und haben nun wirklich verstanden, warum sein Restaurant als "Weißen Treff" bekant ist. Während unseres Aufenthaltes dort an diesem Nachmittag teilten wir uns den Speise-Raum mit circa 9 weiteren europäischen jungen Erwachsenen, die zumeist aus sogar aus Deutschland kamen. Ständig wurde man mit der Frage "Weltwärts?" begrüßt (Weltwärts ist sozusagen das Förderprogramm, welches viele Freiwilligendienste fördert, begleitet und anbietet).
Nach der leckeren Pizza ging es dann auf Sightseeing-Tour in die Bäckerei - auch dort trifft man vor allem auf europäische Kundschaft, glaube ich. Die Afrikaner essen nicht so unglaublich viel Brot, meinen Erfahrungen nach zu urteilen.

Der Stoff von meinem neuen Kleid.
Später habe ich erfahren,
dass das die typische Muster
für diesen Teil Kameruns sind.
Anschließend besuchten wir noch gemeinsam den Markt in Mbve. Christina und ich schauten bei der Schneiderin vorbei, und tatsächlich: Mein langes Kleid war bereits fertig. Es ist mein lieblingsallerbestes Kleid geworden und ich weiß nicht, wie ich es übers Herz gebracht habe es jemals wieder auszuziehen... Also, es ist wirklich sehr beeindruckend für uns, zu sehen wie viel hier maß- und handgeschneidert wird. Es ist eine total normale Sache um sich Kleidung zu kaufen.

Mehlspatzen mit Semmelbrösel

Viele kamerunische Frauen binden sich auch einfach große, bunte Stoffe als Wickelrock um - oder benutzen diese um Babys zu tragen oder in anderen Funktionen - es ist nahzu nichts unmöglich.

Am Sonntag wollte eigentlich wieder Berry zu Besuch kommen, aber als es dann am Nachmittag anfing zu regnen waren wir wirklich überrascht ihn doch noch mit zwei Freunden vor unserer Tür stehen zu sehen. An dem Nachmittag lernten wir weitere kamerunische Kartenspiele (es geht viel ums Rechnen - muss ich glaub ich erst wieder reinkommen;-) und führten sehr interessante Gespräche. Abends versuchten Christina und ich uns dann an einer neuen Frucht: Papaya als Sauce mit Reis (Papaya war unser Bohnenersatz, weil die soooo lange brauchen und wir soooo hunger hatten:-).

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This Monday, we decided to meet some new volunteers from Germany who decided to spend one year in Kumbo instead of doing our laundry. This was the best choice we could have made for that day - because we passed a very nice afternoon with the two girls and enjoyed the sun afterward on the bishops hill. For me, it was the point when I really felt home in this place - and it was a very good feeling :-) In the evening we cooked Fufu and Njama Njama for the first time alone.
Playing with our neighbor children
Tuesday was our laundry day.
On Wednesday we experienced our kitchen in a very new way. At first, we created a paste that we could eat with bread out of carrots and onions and curry (to have something else than Mayonaise to eat with bread;-) Then, our neighbor explained us, how she can bake a cake without a real oven. So we tried it ourselves and bake a lovely banana cake - we were so so happy...
On Thursday afternoon we joined the choir practice of our mentors' choir, I was so glad to be able to sing with other people again - and the choir members were really welcoming. Just that the practice was in Mbve - quiet a distance from our house, so it might be difficult to go there often.
On Friday, our self-made pot-oven had to face a new challenge: We wanted to cook dinner in it.
beautiful Kumbo :-)
We passed the Saturday with Annika and Lisann, the new German volunteers in Kumbo. After a pizza in Edwin's Coffee shop, where nearly just Europeans were at this day, we went to the market. Christina and I fetched our clothes from the dressmaker and bought I bought some new material to "wrap" - like the women call it here.
On Sunday afternoon, we received Berry and some friends in our home place and learned some more Cameroonian card games. Rice and Papaya sauce was our kitchen experiment on that very day.
It tasted interesting... but very delicious. We want to repeat it :-)



My way home from work -
(Shisong to SAC)
a piece of heavenly glory on earth :-)