Dienstag, 16. Januar 2018

Morgen, mittags, abends - eine Lehrerkarriere wird ausgebaut

16. - 22.10.2017
Ein kleines Wunderwerk in meinem Zimmer
Faszinierden oder gruselig? :D
Während in Deutschland die ersten Vorbereitungen für den Aufenthalt meines Vaters hier in Kamerun (er wollte uns gerne über Weihnachten besuchen kommen) getroffen wurden, steigerte sich hierzulande mein Arbeitspensum als Laien-Lehrerin täglich erheblich.
Auch wenn ich mir zur Zeit nicht vorstelen kann, tatsächlich Lehramt nächstes Jahr zu studieren, merke ich immer wieder, wie viel Spaß es mir macht, zu unterrichten und wie wichtig mir Bildung im allgemeinen ist.
Während im Waisenhaus immer mehr Caretaker-Schülerinnen zu meinen Nachmittagsstunden kamen, und ich schließlich versuchte auf drei verschiedenen Leveln gleichzeitig zu unterrichten - was echt nicht immer leicht oder angenehm war - begann auch Zuhause unser Nachmittagsunterricht (also nach der Arbeit) mit Jenivause und Clarise, den beiden zukünftigen kamerunsichen Frewilligen, die sich im nächsten Jahr in der Diözese Limburg aufhalten sollen. Leider war und ist bis heute noch nicht alles mit ihren Pässen und den Visa geklärt. Für anglophone Kameruner*innen ist es zur Zeit relativ schwer ein Visum zu bekommen, ich denke da ist das Reiseziel sogar relativ egal.

Ein neues Kochexperiment:
Kartoffelpuffer mit Avocadomus
- sehr zu empfehlen.
Wir versuchten in den folgenden zwei Wochen den beiden einen kleinen Basiseinblick in die deutsche Kultur und vor allem die Sprache zu geben. So ging es vor allem um Begrüßungen und Vorstellungen, ebenso wie Fragen, die Zahlen und Farben und Gegenstände im Haus. Es war ziemlich viel für die beiden und Christina und ich waren vielleicht auch ein wenig übermotiviert bei der Sache. Ich denke, es wäre für keinen Menschen leicht, sich das alles zu merken - auch wenn sich die beiden sehr bemüht haben - in Deutschland wird es für sie gewiss einfacher, ins Leben hereinzukommen und die Sprache richtig zu lernen. Christina und ich haben uns gefreut, mit den beiden übers Fliegen oder über Züge unter der Erde zu diskutieren. Es war wirklich spannend.

Am Sonntagmorgen lud uns Father Frankline zu einem Gottesdiest nach Kikaikela'ki ein, dem Teil Kumbos, in dem er lebt. Der Gottesdienst wure von den Jugendlichen der Diözese gestaltet und von Father Frankline persönlich zelebriert, was dazu führte, dass der Gottesdienst insgesamt circa 4 Stunden dauerte. Das klingt lange? - :D Nein, so lange war das gefühlt gar nicht. Mindestens zwei Stunden wurde bei der Kollekte getanzt und gesungen, und da wir die meisten Lieder kannten, konnten wir auch richtig mitfeiern. Father Franklines Predigt war dann circa noch eine Stunde (hier gilt der Spruch nicht, dass eine gute Predigt über alles außer 10 Minuten gehen darf ;-) - Jeder, der mich kennt weiß, dass ich das eh schon lange über den Haufen geworfen habe. Ich liebe interessante Predigten).
Am Nachmittag trafen wir uns dann noch mit den anderen deutschen Frewilligen auf dem Markt und waren anschließend Pizza essen. Eine super Sache und seit dem verbringen wir tatsächlich viele, viele Wochenenden gemeinsam und erkunden die Gegend. An diesem Sonntagabend merkten wir allrdings, wie anstrengend es eigentlich ist, soweit außerhalb zu wohnen. Während die anderen immer noch länger gemütlich beisammen sitzen konnten, mussten wir uns spätestens im Sonnenuntergang auf den Weg nach Hause machen. Trotzdem war es sehr schön an diesem Tag und die Pläne für die nächsten Wochenenden wurden immer mehr ausgeschmückt

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My "professional" teacher-skills were developed during this period of time. While I got more and more students in my caretaker-afternoon-classes, we also started our German lessons with Jenivause and Clarise, the two volunteers who will be sent to our diocese in Germany next year.
On Sunday morning father Frankline invited us to a mass in Kikaikela'ki, that the youths of the diocese animated. The mass was long but so nice that we did not even recognize the length. So much beautiful music and dancing :-)
In the afternoon, we went to the market with all the German volunteers who were living in Kumbo at that moment. Afterwards, we enjoyed our pizzas at Edwin's coffeeshop. It was very nice and we were planning our next trips during the coming weekends.

Dienstag, 9. Januar 2018

Was ist denn ein Picknick?

10.10. - 15.10.2017

wunderschöne Blüte im trocknen Mais
Nach unserer längeren Arbeitsraum im Kloster konnten wir unsere Beschäftigung nun wieder aufnehmen. Nach einem Arbeitstag trafen Christina und ich uns unten in der Stadt und genossen zum ersten Mal das leckere Essen einer „Straßenküche“. Was ist denn das? fragen sich jetzt bestimmt einige ;-) Ab circa 17:00 Uhr am Abend kommen einige Frauen mit ihren Kochutensilien (tragbarer Feuerstellentopf, Pfanne, Topf, Besteck, Teller und Co.) auf die Straße und braten unglaublich leckere Omelettes mit selbstgerechten Pommes-Bratkartoffeln. Alles schmeckt total frisch und für 500 Francs (was vom Preis her echt okay ist) bekommt man ein super Abendessen und kann dabei noch das abendliche Stadtleben Kumbos betrachten. Richtig nett… :-)





Der Alltag schlägt wieder zu
- mit mehr Arbeit denn jeh
für mich als Lehrerin im Waisenhaus.
Außerdem haben wir uns in dieser Woche das erste Mal mit Jenivause zu einem kurzen Planungsgespräch im Jugendzentrum getroffen. Jenivause ist einer der Freiwilligen, die das nächste Jahr in Deutschland verbringen werden - sozusagen einer unserer Austauschfreiwilligen. Die nächsten zwei Wochen sollten wir ihm und seiner Mitfreiwilligen Clarise bei uns Zuhause Deutschunterricht geben.

Auch super war das gemeinsame Kürbisblätter-kochen mit Therese in ihrer Feuerküche. Therese ist unsere direkt Nachbarin. Sie ist in unserem Alter, hilfsbereit und total lustig. Inzwischen verbringen wir viele Abende gemeinsam, sofern sie hier oben in SAC lebt und zur Schule geht. Ich wusste nicht, dass man Kürbisbläter tatsächlich essen kann - bisher dachte ich nur an die Kürbisse. Aber, das ist möglich - und ich finde, es schmeckt richtig gut. Bis heute ist das mein kamerunisches Lieblingsessen :-) … ich hoffe, dass ich das Rezept bald mit euch teilen kann.

Christina und ich haben unsere Stalkerkarriere mit großem Erfolg fortentwickelt. Nachdem wir Annika und Lisann, die beiden super lieben Freiwilligen der Prespetarian Church kennenlernen durften, kam nun die Zeit der neuen Freiwilligen. Und zwar waren wir gleich vier deutsche mehr in Kumbo, als wir diese erste Woche nach dem Streik hinter uns gebracht hatten.
Im Prinzip hat ja alles erstaunlich normal funktioniert in dieser Woche. Wir konnten normal auf die Arbeit gehen und im Prinzip schien alles sogar „normaler“ als vor dem 1. Oktober zu sein. Sehr seltsam, fanden wir…aber irgendwie auch ganz gut so :-)
Gespannt und aufgeregt noch mehr verrückte (im positiven Sinne;-) Menschen zu treffen, die sich dazu entschieden haben, ein Jahr ihres Lebens in Kamerun zu verbringen, entwarfen wir sogleich einen Plan.



Es gibt hier eine wunderschöne, gut gepflegte Wiese vor dem Pastoral Center, das ziemlich genau neben unserem Haus liegt. Eine wunderschöne Wiese, die sich hervorragend für ein Picknick eignen würde. Also luden wir ein paar kamerunische Freunde von uns und die „neuen“ deutschen Freiwilligen zum picknicken auf die Wiese ein. „Was ist denn ein Picknick?“ wurde ein paar mal von unseren Freunden aus Kumbo gefragt (zumindest im Stillen), denn so etwas ist hier sehr ungewöhnlich. Felix, Chantal, Till und Ben, sowie Luise mit Lukie (einem anderen Freiwilligen aus Bamenda, der bei ihr zu Besuch war) waren pünktlich zur verabredeten Uhrzeit bei uns zuhause - wir waren natürlich noch nicht so weit mit unseren Vorbereitungen für’s Picknick. Aber dann ging es zusammen damit weiter.Und schließlich saßen wir gemeinsam auf der besagten Wiese und genossen einen wunderschönen, unglaublich lustigen Nachmittag. Irgendwie haben wir uns von Anfang an alle so gut verstanden - und das ist ein kleines Wunder, weil wir uns in Deutschland wahrscheinlich niemals in genau dieser Gruppe zusammen gefunden hätten…denn wir Deutschen wohnen alle Deutschland verstreut und die Kameruner*innen haben leider nicht so einfach die Möglichkeit in Deutschland aufzutauchen.

FREUNDE :-)

Mit Frisbee spielen, Gitarren- und Aca Pella Musik, leckerem Essen und Yoga wurde uns nicht langweilig. Es ergaben sich tolle Gespräche und eine Grundlage für wunderbare Freundschaften, die während der nächsten Wochen und vor allem Wochenenden immer weiter wuchs.
An diesem Abend benutzen Christina und ich die Worte „Heute war so ein richtig perfekter Tag.“
Und dabei hatten wir ein echt gutes Gefühl.
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After coming back from Romajay, our normal daily work started again and Christina and I met in town one day to try the food of one of the street kitchens that can be found everywhere at squares up from 5pm in the evening. We also met Jenivause, one of the future volunteers coming to Germany. With our neighbor, we learned how to cook pumpkin leaves - one of my favorite dishes here (I hope to be able to share the recipe with with you). Christina and I improved our stalker carrier again with our interest in the 4 new volunteers coming to Kumbo at this time. So we invited our Cameroonian and German friends (inclusive the "new" volunteers) and organized a picnic in front of the pastoral center right beside our house. It was very, very nice - it the end of the day a lot of new and strong relations were created.



Mittwoch, 27. Dezember 2017

Romajay

1.10. - 9.10.2017

Habt ihr schon einmal in einem Kloster gelebt? Also für länger, als ein Wochenende?
Dann wisst ihr vielleicht, wie intensiv diese Erfahrung für mich gewesen ist.

Willkommen in der Kapelle 


Am Sonntag, dem lang gefürchteten 1. Oktober, verbrachten wir unseren ersten Tag bei den Sisters in Romajay. Schon zuvor hatten wir die Schwestern des Mary Morningstar Convents (ein junger Orden aus Frankreich) einige Male besucht und uns mit ihnen angefreundet. In dem internationalen Konvent hier in Kumbo leben 5 Schwestern und 5 Novizinnen, bzw. Lebensschülerinnen aus Kamerun, den USA, Österreich, Spanien und Nigeria. Untereinander sprechen die Schwestern Englisch und Französisch meist zu gleichen Anteilen, auch wenn sie für uns oft das Englische bevorzugten, sofern es möglich war.
Sister Mirjam, eine österreichische Schwester, half uns von Anfang an sehr, uns mit dem Leben im Konvent zurecht zu finden. Jeden Abend fanden wir nach dem Abendgebet einen kleinen Zettel mit dem Programm für den nächsten Tag, an dem wir teilnehmen konnten, wenn wir wollten.

Das Kerzenatelier ;-)





Künstler am Werk => Kunstwerk










Oft fing ein „typischer Wochentag“ der Sisters mit dem Laudesgebet in Französisch an. So kommt es, das alle Schwestern morgens früh noch vor Sonnenaufgang (also circa zwischen 4:30 Uhr und 6:00 Uhr) gemeinsam in der Kapelle sitzen, in stiller

Anbetung und schließlich im Gesang und Gebet. Diesem Morgengebet folgt meist eine heilige Messe, zu der auch Menschen aus der Nachbarschaft kommen. Anschließend gibt es Frühstück. Die Schwestern bedienen sich beim Essen immer an einem Buffet im Refektorium (einer Art Essensraum) und setzten sich dann aber alleine in ihr Zimmer oder nach draußen, um beim Essen nachzudenken oder zu lesen. Dann ist Zeit für die Bible Sharing Groups, in denen man gemeinsam über die biblischen Textes des Tages diskutiert und berät. Das nächste Gebet der Sisters heißt Sext und findet vor dem Mittagessen statt. Nach dem Mittagessen geht es weiter mit Philosophiestunden oder Pause oder Hausarbeiten. Des Weiteren kommen dann auch die richtigen Handarbeiten der Schwestern hinzu. Dazu gehört töpfern, Kerzen herstellen und bemalen, Seifen- und Sirupproduktion (soweit ich das verstanden habe). Die Endprodukte werden von den Schwestern in der Diözese verkauft und sorgen somit für den Lebensunterhalt des Konvents. Nach dem Abendessen folgt das Abendgebet (Vesper), ebenfalls mit Gesang und schließlich stiller Anbetung. Sofern besondere Feiertage sind, gestalten sich die Abendgebete in spezieller Weise außergewöhnlicher als sonst. Es werden Zitate verteilt oder besondere Lieder gesungen. Nach dem Abendgebet gehen die Schwestern normalerweise in ihre Zimmer und sobald man müde ist, wird es Zeit zu schlafen.
Das Konvent von außen












...mit dem Auto, dass uns in Zukunft
immer wieder den Heimweg erleichtern sollte.






















Uns war es, wie bereits erwähnt, freigestellt and wie viel Abläufen des Programms wir teilnehmen wollten. Ab und zu war ich morgens schon im Laudesgebet (auch um mein Französisch zu schulen), während Christina erst zur Messe hinzu kam. Manchmal hatten wir Mittags auch das Bedürfnis einfach mal rumzusitzen oder Musik zu machen. All das war kein Problem. Während der Woche habe ich besonders über zwei Themen sehr viel von den Schwestern gelernt: über „St. Therese of the Child Jesus“, und über den Rosenkranz - den ich inzwischen besser auf Englisch beten kann, als ich jemals auf deutsch in der Lage gewesen war. Wir konnten so viele Fragen stellen und immer wieder mit den Schwestern über unsere Meinung diskutieren. Nicht alles habe ich von dort übernommen, aber ich habe mich mit manchem Themen auseinander gesetzt, die ich sonst eher abgelehnt und nicht verstanden hatte. Ich glaube, dass mir diese Zeit wirklich sehr viel gegeben hat, was ich mein Leben lang behalten werde.

Neben dem Ausbau unserer unglaublichen Basketballfertigkeiten :D (die Sisters übrigens mit Gewand, Schleier und Rosenkranz - wie immer…aber verdammt gut) … durfte ich nach der offiziellen Chorprobe der Sisters sogar meine eigenen Chorleiterinnen-Fähigkeiten testen und gemeinsam haben wir versucht das Taizé-Lied „The kingdom of God is justice and peace, and joy in the holy spirit. Come Lord, and open in us, the gates of your kingdom.“ zu singen. Es war eine wunderschöne Erfahrung und gemeinsam mit der Taizé-ähnlichen Atmosphere des Konvents, war ich mir bald ziemlich sicher, dass ich nach dem Jahr im Sommer dringend nochmal nach Taizé fahren möchte.

Eigentlich hatten wir unseren Aufenthalt bei den Schwestern nur für ein bis zwei Nächte geplant und dementsprechend wenige Sachen mitgebracht. Die politischen Umstände ließen es aber nicht wirklich zu, dass wir am Mittwoch schon wieder wie gewohnt unserem Alltag hätten nachgehen können. Deshalb blieben wir insgesamt neun Tage im Kloster und haben nur irgendwann ein paar Utensilien von Zuhause nach geholt. Zum Glück hatten die Schwestern sogar eine Gitarre vor Ort, weshalb es mir eigentlich nie langweilig wurde.

Ich habe in den Tagen um den ersten Oktober etwas erlebt, dass ich hoffe, nie wieder erleben zu müssen. Ich hoffe das für alle Menschen. Im Prinzip hatte ich ein wenig Daueradrenalin im Blut, denke ich und konnte mich - trotz des ruhigen Lebens bei den Sisters - selten so richtig entspannen. Ich habe zum ersten Mal Schüsse gehört, die mit dem Sonnenaufgang anfingen und dann alle paar Minuten erdröhnten und erst mit dem Sonnenuntergang zu verstummen schienen. Wir, Christina und ich, haben uns bei den Sisters total sicher gefühlt und, die Tatsache, dass wir Frauen und keine Kamerunerinnen sind und auch noch viel mit der Kirche zu tun haben, gab uns ein gewisses Sicherheitsgefühl. Trotzdem ist es gruselig, in einem Haus auf einem Berg zu sitzen und rundherum aus dem Tal, in dem der Kern Kumbos liegt, Schüsse herausdringen zu hören - und bei keinem Schuss zu wissen, ob er gerade sein Ziel getroffen hat oder nicht. Es war echt unangenehm.
Ein Freund von uns kam am Sonntag Mittag mit seinem Rucksack zu den Schwestern gelaufen und erzählte, was in der Stadt vor sich ging. Laut seiner Berichte, drangen Polizisten und Militärkräfte bereits am Samstag in Häuser von Zivilisten ein, nahmen alle jungen Männer - gewalttätig oder nicht - vorsorglich in Haft um weitere Provokationen zu verhindern. Die Gefangenen wurden anscheinend überhaupt nicht gut behandelt und auch deshalb waren viele Männer und Jungen in unserem Alter in die nahegelegne Berglandschaft, etwas abseits der Stadt geflohen. Die meisten hatten dort zwischen Bäumen und Sträuchern die Nacht verbracht und große Angst zurück zu ihren Frauen, Müttern, Schwestern und Kindern zu gehen. Der eine Freund wurde nach der anstrengenden Nacht in den Bergen von seiner Mutter nach Romajay geschickt, um die Schwestern um Hilfe zu bitten und sich dort für einige Tage zu verstecken. Er blieb schließlich bis Donnerstag morgen, und nachdem am Dienstag die Gefahr abgeklungen zu sein schien, konnten wir drei unsere gemeinsame Zeit wirklich genießen.

Ich kann und konnte nicht wirklich beschreiben, wie es mir während dieser Zeit ging.
Vielen Menschen in Kumbo ging es viel schlechter als uns - wir hatten total Glück in unserer Situation und ich kann es nur schwer aufnehmen, wenn von irgendwelchen Seiten Mitleid gegenüber uns ausgesprochen wird. Eher sollten wir gemeinsam für die Bevölkerung hier beten. Ich habe mir viele Gedanken gemacht in dieser Zeit und sehr viel gelernt. Es war nicht schön - wirklich nicht, aber die meiste Angst hatte ich um unsere Freunde in der Stadt, die wir durch die Telefonblockade erst auch nur schwer erreichen konnten.
Um meine Gedanken selbst zu verarbeiten habe ich damals einen Text geschrieben, das hier sind Ausschnitte davon…


Weißt du, wie der Frieden klingt?
Nein?
Sei dankbar dafür.

Er klingt nach Kinderrufen und befahrenen Straßen,
weil er draußen Sicherheit gewährt.

Er klingt nach Musik in den Häusern und lachenden Menschen,
weil er alle in Ruhe leben lässt-
weil er dafür sorgt, das sich keiner verstecken muss.
Der Frieden klingt nach langsamen Schritten,
weil er die Zeit entspannt und es schafft, dass ein Freund nicht von zuhause fliehen und sich verstecken muss.

Der Frieden klingt nach Wind und Regengeprassel,
weil er dafür sorgt, dass die Soldaten im Trockenen bleiben.

Und der Frieden klingt nach singenden Vögeln,
die merken, dass die Schüsse aufgehört haben.

Wie alt bist du?
Weißt du, wie der Frieden klingt?
Nein?
Sei dankbar dafür, es könnte anders sein.

Trotz all den gegensätzlichen Dingen, die ich in dieser Woche erlebt habe - wunderschöne Sonnenuntergänge über einer fruchtbaren Gegend, während seit Sonnenaufgang die Stadt in Angst lebt und kein Geschäft geöffnet hat zum Beispiel - hatte ich eine wunderbare Zeit (wieder so ein Gegensatz: wir haben so was tolles erlebt, aber der Grund dafür ist überhaupt nicht schön).
Ich bin so dankbar, für alles, was die Sisters aus Romajay für uns getan haben und dafür, dass sie uns aufgenommen haben, als wäre es auch unser Zuhause. Ich konnte über so vieles Nachdenken - und war dabei niemals alleine. Ich wünsche diesen Schwestern Gottes Segen und viele Begegnungen mit genauso offenen und fröhlichen Menschen, wie wir sie selbst erlebt haben.

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The nine days from the 31st September to the 9th October contained our stay in Romajay, a convent of the Sisters Congregation of Mary Morningstar, which was fund in France (not too long ago). The convent is not right in the center of Kumbo, so it seemed to be safer in the case of the struggle of the first October and the following days.
The sisters were really nice, we experienced so many things and I learned a lot about the Christian belief, the way to God that these sisters follow and my own way to God. We had a great time in the convent, but this week was full of contradictions. While we passed a quiet and calm time with the town around us was afraid of the happenings. Different groups of people provoked each other until the situation escalated. We were never really afraid of ourselves, but more afraid about our friends in town that we could not reach, because the phone network was blocked. Some of them finally had to flee from their home places, because of the danger that the situation took them into.

Even if there was a lot of fear around this time, we are so thankful for the sisters, that they welcomed us so warmly, and we really wish all the best for them and Gods blessing. You are really great people.


Freitag, 15. Dezember 2017

Die Ruhe vor dem Sturm

25. - 30.9.2017

Die Ruhe vor dem Sturm...
Diesen Titel möchte ich ganz zu Beginn erklären und dazu auch schon etwas zu den folgenden Posts sagen.
Kennt ihr das, wenn ihr in den Himmel schaut und sich dort ein Gewitter zusammen braut? So dunkle Wolken, die sich verdichten und eine Stille, die zwar ziemlich friedlich aber irgendwie seltsam verdächtig ist? - das ist jetzt ziemlich metaphorisch gesprochen, aber vielleicht kann ich so meine Eindrücke dieser Woche ganz gut darstellen.
In den folgenden Posts werden immer wieder Berichte der politischen Situation hier in Kumbo und meiner persönlichen Wahrnehmung auftauchen. Bitte lest diese Abschnitte nicht leichtfertig! Wir haben keinen richtigen, vertrauenswürdigen Nachrichtensender als Informant, sondern nur jegliche Erzählungen und Zeitungsartikel. Oft werden die Geschehnisse emotionalisiert, verharmlost oder dramatisiert weitergegeben. Die "Wahrheit" ist so fast ungreifbar.
Auch ich habe hier Freunde gefunden, die hart von der Krise betroffen waren und kann deshalb, auch wenn ich mich natürlich bemühe, nicht garantieren, dass meine Texte frei von persönlichen Wertungen und Emotionen sind. Um einen guten Überblick über die Lage zu bekommen, bitte ich euch, euch weitergehend zu informieren. Hier sind einige Links zu Artikeln und Seiten, die euch weiterhelfen können:

Weltkirche Bistum Limburg - Partnerschaft mit Kumbo

Friedrich-Ebert-Stiftung / Referat Afrika

katholisch.de Kamerun Konflikt

Jetzt aber erstmal wieder etwas zu meinen Erlebnissen dieser Woche...

Montag und Dienstag waren Ghosttown Tage. Die Tage, an denen der Ghosttown-Streik ausgerufen wurde, schienen sich immer wieder zu vermehren. Viele Leute - besonders die Menschen, die ihre Lebensmittel auf den Märkten verkaufen müssen, um Geld zum Überleben zu verdienen - waren von den langen Streikperioden stark betroffen. Oft waren wir uns gar nicht so sicher, ob wir Zuhause bleiben oder zur Arbeit gehen sollten, aber dank unserer lieben Freunde und Arbeitgeber wurden wir meistens so rechtzeitig informiert, dass sich der Morgen schlafend im Bett noch ausdehnen ließ.
Ivolyns Haus in Mbiame
So sieht ein Gottesdienst Zuhause aus...
Am Mittwoch unternahmen wir einen richtigen Ausflug. Wir waren von Ivolyn - einer ehemaligen Reversefreiwilligen - zur Taufe ihrer kleinen Tochter Sarah nach Mbiame eingeladen worden. Mbiame ist ein Dorf mit einstündiger Bike-fahrt-Entfernung, die wir im Morgengrauen zusammen mit Flora antraten. Ja, wir waren tatsächlich für eine Stunde 4 Leute auf einem Bike - das war kuschelig :D. Der Gottesdienst wurde im Haus von Ivolyns Familie abgehalten, in dem sich ihre SCC (Small Christian Community) oft trifft. Die Taufe selbst hatte dann aber ziemlich viel Ähnlichkeit mit einer Taufe, wie ich sie aus Deutschland kenne.


Bis auf die Tatsache, dass den Gästen nach dem Gottesdienst, also circa um 7:30 Uhr Fufu, Njama Njama und Reis serviert wurde - es gab Zeiten, da konnte ich um diese Uhrzeit nicht mal eine ganze Scheibe Brot essen... aber geschmeckt hat es schon. Nachdem wir schließlich noch eine Verwandte von Flora besucht hatten ging es dann auf den Rückweg nach Kumbo - natürlich wieder auf dem Bike. Leider regnete es... erst leicht...dann in Strömen, und wir hatten echt Glück, dass Floras Schwager (unser Bike driver) so erfahren mit den Straßen und dem Regen umgehen konnte. Trotzdem haben wir irgendwann eine Pause eingelegt um uns etwas aufzuwärmen und den schlimmsten Regen vorbei ziehen zu lassen. Also so hatten wir uns das zumindest ursprünglich vorgestellt. Dieser Nachmittag war beeindruckend für mich... Wir klopften an eine fremde Haustür um uns vor dem Regen zu verstecken. Sofort bekamen wir Stühle angeboten. Wir blieben an der Tür sitzen und schauten nach draußen in das fallende Wasser. Bald schon brachte die eine Tochter der Familie Passionsfrüchte, die wir genießen konnten. Und etwas später saßen wir dann alle in der Feuerküche der Familie zusammen, tranken vom Vater zubereiteten Thymian-Tee und aßen geröstete Maiskolben. Und so wurde unser Besuch immer länger und länger. Schließlich mussten wir doch noch im Regen die letzten Kilometer nach Kumbo bestreiten, weil es im Dunklen noch unangenehmer geworden wäre. Eine so gastfreundliche Familie habe ich aber bisher noch nirgendwo angetroffen. Es kann nicht leicht sein, vier Fremde einfach in sein Haus einfallen zu lassen, oder?
Fast zum schwimmen geeignet.
Am Donnerstag ging es dann wieder auf die Arbeit, und trotzdem schien die politische Spannung immer ernster zu werden. Am Abend bekamen wir eine Mail von der deutschen Botschaft, in der wir auf den Konflikt und nötige Vorsichtsmaßnahmen hingewiesen wurden. Dieser Brief brachte uns dann doch ernsthaft zum denken.
Als ich am darauffolgenden Tag morgens nach Shisong auf die Arbeit fuhr, sah ich tatsächlich viele Soldaten an Squares. Es war zwar alles friedlich, aber trotzdem hatte ich ein seltsames Gefühl, als ich an diesem Szenario vorbei fuhr. Abends waren dann noch Annika und Lisann (zwei Freiwillige der evangelischen Kirche hier in Kumbo) bei uns zum Kuchen und Zimtschnecken backen. Es hat echt viel Spaß gemacht und sooo lecker geschmeckt :-) ... schade nur, dass die beiden schon so früh gehen mussten - aber gegen die Dunkelheit kann man hier halt nicht viel machen.
Im Laufe der Woche wurden wir für das "politisch kritische Wochenende" zu den Sisters nach Romajay eingeladen. Also packte wir am Samstag nach einem ausgiebigen Brunch-Frühstück unsere kleinen Rucksäcke und begaben uns zu Fuß auf den Weg nach Romajay. Irgedwie kam es uns ungewöhnlich leise auf dem Weg durch die Stadt vor, leiser sogar als an Ghosttown Tagen. Wir waren allerdings total entspannt und genossen es, einmal nicht ständig angequatscht oder hinterher gerufen zu werden. Erst in Romajay trafen wir eine Mentorin einer anderen Freiwilligen in Kumbo, die uns berichtete was für ein Chaos bereits in der letzten Nacht hier passiert ist. Dazu gehören Tränengas, Provokationen beider Seiten, Verletzte, ...
Uns ging es aber sehr gut und wir genossen die freundliches Willkommensgesten der Schwestern sehr. Unser Aufenthalt in Romajay war super interessant und toll, aber dazu im nächsten Post mehr ;-)

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REAL Food in the morning
In the beginning of this post, I want to direct your attention to the political problems that might appear in my description of the next weeks more often. Even if I try my best, I won't be able to tell the "truth" about these happenings. My friends were hidden by the crisis hard as well, and I should tell you that it is not very easy to write completely emotional neutral when you think of your friends (or anyone) suffering. So, I beg you to look for some information about the crisis on several Internet sites, in newspapers and maybe TV Shows. Please, form your own mind!

Monday and Tuesday were ghost town days (they got more and more every week), but on Wednesday we went to visit Ivolyn (a former reverse volunteer) for the baptism of her baby child Sarah. The baptism took place in their house with some friends and their SCC (Small Christian Community). Except the fact that we were given Fufu, Njama Njama and Rice to eat after mass - at about 7:30 am.
Thursday was a normal working day, but on Friday we had some nice cooking/baking experiences with Annika and Lisann - two other German volunteers - in our place.
Just on Saturday afternoon, when we went to Romajay to spend some days with the sisters of the Convent situated there, we recognized that the struggle already started. The first of October was going to come and provocations on both sides already started (teargas, beatings, ...)
Anyway, we were so welcome in Romajay and the sisters made us feel very comfortable from the first minute on.
















Sonntag, 29. Oktober 2017

Der Anfang steigert sich...

18.09. - 24.09.2017

So sieht's in der Nähe unserers Häusschens aus.
Nach dem wöchentlichen Ghost town Monday ging für mich eine vorerst normale Arbeitswoche los, wenn ich das so sagen kann - normal ist hier ja irgendwie selten etwas für mich.
Meine Arbeit im Waisenhaus macht mir immernoch sehr viel Spaß, die Kinder sind super aufgeweckt, manchmal echt frech aber trotzdem wirklich toll. Auch die Caretakerinnen und meine Chefin sind interessante und freundliche Menschen. Beim Unterrichten der Kinder morgens kommt es schon ab und zu mal vor, dass meine Nerven sehr strapaziert werden, wenn ich neben den fünf 4-5 Jährigen, die ich unterrichten soll, auch noch 7 Zweijährige im gleichen Raum zu beaufsichtigen habe. Meistens helfen mir die anderen Caretakerinnen aber bestmöglich dabei, die Kinder zu beschäftigen und nach ihnen zu sehen. Die angewandte Pädagogik ist etwas, an das ich mich bis jetzt noch nicht gewöhnt habe und oft hoffe ich auch darauf, dass ich mich niemals daran gewöhnen werde. Mir fällt es schwer die Prinzipien der sehr physisch geprägte Erziehung zu verstehen, aber ich kann durch diese Erfahrung viel reflektieren und lernen.

Herzlich Willkommen im afrikanischen Auenland :-)
Am Donnerstagmorgen bracht ich aber dann mal meine Gitarre mit ins Waisenhaus. Am Tag zuvor hatte ich mir einige englische Kinderlieder angeeignet und so sangen wir alle zusammen. Die Kinder und Caretakerinnen zeigten mir weitere Lieder, die sie normalerweise zusammen singen und waren sehr interessiert an den Texten der Stücke, die ich mitgebracht hatte. Natürlich wollte auch jedes Kind mal die Gitarre spielen - und insgeheim bin ich sehr froh darüber, dass mein Instrument diesen Tag überlebt hat ;-)
Eine Entdeckung habe ich schon bei unseren Nachbarskindern machen dürfen: Ein Instrument ist etwas sehr besonderes hier. Viele der Kinder hatten noch nie zuvor eine Gitarre oder Geige (Christina hat ja ihre Geige dabei) gesehen. Sie wissen oft nicht wie man die Instrumente spielt oder gar, wie sie klingen können. Ich liebe es, anderen Menschen - besonders Kindern - ein für sie neues Instrument zeigen zu können. Die Konzentration und Ruhe, die manche der Kinder hier aufbringen um die Saiten zu "streicheln" und das Strahlen der Gesichter das selbsterzeugten Tönen folgt, beeindruckt mich sehr und macht mich wirklich glücklich.
Nachmittags waren Christina und ich dann bei Father Olliver im Bishofshaus um unser Verpflegungsgeld für den nächsten Monat abzuholen. Da wir einige Zeit im Empfangsbereich warten mussten und die dafür zuständige junge Sister sehr interessiert an meiner Gitarre war, wurde aus der Wartezeit eine spontane Jam-Session. Ein Father, der ebenfalls etwas im Bischofshaus abholen wollte, grub dann auch sein Musikwissen aus und unterhielt uns alle mit wunderschöner Musik - vor allem da ich das Lied von Zuhause in Deutschland kenne...
Pastoral Center Kumbo - kirchliches Seminarhaus

Jesus Christ, You are my life,
halleluja, halleluja,
Jesus Christ, You are my life,
you are my life, halleluja...

und

...gehet nicht auf in den Sorgen dieser Welt, suchet zu erst Gottes Weite, und alles andere wird euch dann zu geschenkt, hallelluja, halleluja...

Und dann haben wir schließlich auch das erste Mal Geld erhalten, von dem wir uns unser Essen und Leben finanzieren - in Erinnerung bleibt aber vor allem der lustige Nachmittag mit der Musik im Bischofshaus.

Und täglich grüßt die unberechenbare Kuh...
Für den Freitag war ein "Peaceful march for Independence" angesetzt. Da nicht ganz sicher war, wie die Sicherheitslage an diesem Tag aussehen würde, bzw. ob Fahrzeuge fähig sein würden sich frei zu bewegen, wurde mir von meiner Chefin gesagt, dass ich an diesem Tag zuhause bleiben solle. Christina war am Freitagmorgen kurz bei der Arbeit, kam aber auch bald wieder zurück, da einige Straßen Kumbos anscheinend blockiert gewesen sein müssen und es tatsächlich kein durchkommen gab. Von den Vorkommnissen unten in der Stadt bekamen wir zu diesem Zeitpunkt relativ wenig mit, da wir hier oben auf dem Schulgelände etwas außerhalb des Hauptgeschehens lagen und die Ruhe genießen konnten. Erst am nächsten Tag erfuhren wir, dass der "Peaceful march" doch nicht ganz so "peaceful" (= friedlich) war, wie erhofft. Schüsse und Tränengas soll es im Verwaltungsbezirk, Tobin, an diesem Tag gegeben haben. Diese Vorkommnisse zeugen von einer weiteren Eskalationsstufe des anglophonen-francophonen Konfliktes hier in Kamerun.

Am Samstag nachmittag besuchten Christina und ich die Chorprobe des Jugendchors der Kathedrale. Die Jungs und Mädels proben hier zur Zeit jeden Tag, außer an Sonn- und Ghost town-Tagen. Und dementsprechend gut war auch die anderthalbstündige Probe an diesem Tag - manchmal muss man für einen solchen Musikgenuss viel, viel Geld bezahlen. Manchmal hat man auch einfach Glück :-)

Der Sonntag hielt ebenfalls eine sehr interessante Erfahrung für uns bereit: Das KYDEP (Kumbo Youth Development and Environmental Protection) Treffen.
Klee - uns gibt's auf der ganzen Welt :-)
Berry und ein paar Freunde von ihm, hatten nach langem Streben eine Jugendentwicklungs- und Umweltorganisation ins Leben gerufen. An diesem Tag waren auch Christina, Luise und ich eingeladen. Es hat mich sehr beeindruckt wie ernst und gewissenhaft die Jugendlichen an ihr Vorhaben herantreten. Von Schriftführer und Präsident, bis zu Besonderer Begrüßung der Gruppe bevor jemand zu sprechen beginnt, diszipliniertes Aufstehen beim Vortragen eines Beitrags und Ideensammlung auf einer Tafel, sowie Gruppen- und Einzelfotos nach dem Treffen, war alles ordentlich durchdacht. Es gab wirklich ein paar sehr gute Ideen und ich habe gespürt, wie viel Motivation die Teilnehmer des Treffens für ihre Sache aufbrachten. Mir war es sehr wichtig, als Eli dort gesehen zu werden und nicht als Weiße, der von Fremden womöglich eher zugehört würde, weil sie aus Europa kommt. Dieses Gefühl finde ich wirklich furchtbar unangenehm und versuche sein Aufkommen zu vermeiden wann immer es geht. Erst fiel es den Gruppenmitgliedern etwas schwer zu verstehen, dass wir ihre Ideen und ihr Engagement zwar sehr, sehr schäzen und weitesgehend bestärken wollen, wir aber trotzdem vor allem Mitglieder einer anderen Organisation sind, die uns überhaupt unsere Zeit hier in Kamerun ermöglicht. So können wir nicht versprechen, die nötige Zeit und Kraft aufbringen zu können um ein fester Teil der Gruppe zu werden - wir wollen keinen im Nachhinein enttäuschen. Letztendlich hatte ich auch hier den Eindruck, dass diese Menschen einen Anfangspunkt gesetzt hatten, der sich von Woche zu Woche fortentwickeln könnte und vielleicht wirklich etwas in Sachen Umweltschutz bewegen würde.
An diesem Nachmittag war wunderschnes Wetter und ich habe mich alleine auf einen längeren Spaziergang gemacht. Außer die fiesen Ameisenstiche, die ich dabei ertragen musste, bleiben mir diese Stunden als absolute Sonnenstunden in Erinnerung :-) In vielerlei Weise...kann man auf den Fotos sehen...

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After the weekly ghost town Monday I passed the week in a "normal way". On Thursday I went to work with my guitar. The children and the caretakers in the orphanage enjoyed the songs I brought for them and they showed me the songs they sang usually together when visitors are coming.
Until now, I experienced a lot of times when I really enjoyed to show some people - especially children - a new instrument. The concentration and fun they have while treating it carefully and listening to their self-made sound. After work, Christina and I went to the bishops house to fetch our food and living money for the next month. The sister, sitting in front of the offices to welcome the visitors, was very curious about my guitar. Finally, we had a nice jam-session with her and another father who came as well to look for something in the offices.
On Friday I didn't go to work because a "peaceful march for Independence" was going to take place down in town. Later on, we recognized that this "peaceful march" was not as peaceful as it was meant to be. Unfortunately, the were gunshots and teargas in Tobin, the administrative quarter of Kumbo.

Even the ground is beautiful in this light
On Saturday afternoon we had the pleasure to witness a wonderful choir practice of the youth choir in the cathedral. Sometimes people pay a lot of money to listen to such a beautiful music, but other times people can just be lucky and sit in the right church at the right time.

This Sunday, we were invited to a meeting of a group called KYDEP (Kumbo Youth Development and Environmental Protection). The organization was formed by Berry and some of his friends with the aim of raising attention to the protection of the environment and human rights. The meeting took place in a very serious and disciplined way and it became obvious to us, that those people sitting in the room with us, were really motivated to change something in their environment. For Christina, Luise (who took part in the meeting as well) and me, it was very important not to be seen as "Whites" but as ourselves. I don't like the feeling to be seen as someone special, because actually, we are all the same - maybe just with a different shade of brown as a skin color.
Unfortunately, we won't be able to take part in every action of this group, because firstly, we are members of a different organization who brought us to this country. This is the organization we already joined and have to do a lot of things in. But anyway, at the end of the day, I was sure that the Ideas of those youths attending this meeting could lead to a real change and could set a starting point to a further development.
These photos were taken in the afternoon of this day...real sun hours :-)

Panorama photo of our wonderful Trampelpfad











Montag, 23. Oktober 2017

ACHTUNG...


Hallo ihr alle,

Falls sich jemand fragen sollte, wie es uns geht und was hier politisch vor sich geht, dann könnt ihr immer wieder in dem bereits veröffentlichten Post "Neuigkeiten und Info's - News and Information!!!  Immer NEU" nachschauen.
Ich versuche euch dort immer ein bisschen auf dem Laufenden zu halten, damit sich keiner Sorgen macht :-)
Dieser Post wird immer wieder aktualisiert.


Essen lernen für Anfänger

EXTRA - POST

Hallo ihr Lieben,
Da Christina und ich tatsächlich relativ lange gebraucht haben um herauszufinden, was alles zu einem  richtigen und handwerklich fortgeschrittenen kameruneschen Essen gehört.
Hier eine Anleitung...


1. Fufu kochen - in einem großen Topf (und eigentlich besser in einer Feuerküche), denn meistens wird das dann auch noch am nächsten Tag gegessen.

 Viel Wasser erhitzen und dann einiges davon in einen anderen Topf zur späteren Verwendung abschütten. Dann das Maismehl sieben und etwas davon mit kaltem Wasser vermengen. Die Maismehl-Flüssigkeit nun in das restliche heiße Wasser im Topf geben und ausdauernd rühren. Nach einigen Minuten immer wieder etwas Maismehl und etwas heißes Wasser hinzufügen, bis das ganze Maismehl im Topf ist. Währenddessen dauernd rühren. Anschließend für einige Minuten vor sich hin köcheln lassen.






2. Fufu entnehmen und einpacken.
Mit diesem besonderen Löffel werden Fufu Portionen entnommen und in Bananenblätter gewickelt, die zuvor über dem Feuer weich geröstet wurden.

















3. Njama Njama zubereiten - eigentlich schon einen Tag vorher pflücken/kaufen, event. zupfen und lüften zum trocknen. Dann gut waschen und in einem Topf mit etwas Wasser aufkochen lassen. Das Wasser abschütten und frisches hinzufügen. Erneut kochen. Wieder abschütten und frisches hinzufügen und kochen- das selbe so oft man will. Je häufiger, desto mehr Bitterstoffe verschwinden aus dem Gemüse.
In einer Pfanne weiteres Gemüse der eigenen Wahl (z.B. Zwiebeln, Knoblauch, Tomaten oder Karotten) anbraten und das abgekochte Njama Njama hinzufügen. - Ich glaube, unsere Nama Nama Variationen sind schon fast ein Vertrat gegenüber der traditionellen kameruneschen Küche - aber wir experimentieren halt gerne :-)









4. Tisch decken - und zwar den Wohnzimmertisch.
In kameruneschen Familien gibt es meist große Sessel und Sofas auf denen gegessen wird (wenn man es sich nicht in der Küche gemütlich macht:-), selten isst man an einem richtigen Tisch, sofern wir es bisher mitbekommen haben. Auf den Tisch kommen Teller, eine Schüssel und Wasser.

... besonders auf Feiern bekommt man auch oft einfach seinen Teller in die Hand und sucht sich dann selbst seinen Lieblingsplatz....


5. Hände waschen.
Sofern man kein Linkshänder/keine Linkshänderin ist, wäscht man sich die rechte Hand. Es wird mit der Hand gegessen oder mit Löffeln. In jedem Restaurant oder wo immer man Fufu bekommen kann, gibt es auch etwas zum Händewaschen.
Dabei hilft man sich natürlich geschwisterlich :-)

6. Und dann wird gebetet...Bless us, our Lord, And bless this our gift, that we are about to receive from your goodness through Christ our Lord. Amen.
7.  Jetzt geht's los mit dem Essen... Yi ki kijun, oder wie hier viel eher gesagt wird: Bon apetit! 
Zu erst etwas Fufu mit der Hand abnehmen und so formen, dass es einen mundgerechten Klumpen gibt
Nun Njama Njama dazu nehmen
Vorsichtig in den Mundbefördern und genießen...
Und am Besten sollte dabei keiner zuschauen, weil es eh viel effektiver ist, selbst zu essen als andere zu beobachten beim Essen :D

8. Reste beseitigen - abspülen.
Meistens am nächsten Tag :-) Aber wie gut sehen kann, bleiben fast nur jede Menge Bananenblätter übrig.

Und die Reste des Fufu aus dem Topf. Wenn man den nochmal richtig heiß macht, löst sich theoretisch der Maisbrei vom Topfboden und formt einen Riesencornflake. So richtig haben wir das aber bisher noch nie hinbekommen... aber Übung macht den Meister, oder?